Reden mit Schwingen

Ich denke gerade über Reden nach, die noch nicht geschwungen wurden. Der Klugscheißer würde diesen Gedanken wohl schnell abbrechen, von damals erzählen, als es um nichts anderes als heute ging: um die Freiheit, um die Macht, um die Willkür, um den Hass. Auch Gleichheit und Hoffnung gehören in diese Reihe, sind aber als idealistisch verschrien, zu oft in der Geschichte bereits in den Wind gerufen worden. Die Gleichheit gilt als romantisch und unpragmatisch in unserer ungeordneten Welt, die Hoffnung war lange Zeit ein Fundus der Kirche mit ihrem Hauptnarrativ: dem Paradies.

Auch beim Thema Überwachung sind bereits viele Reden geschwungen worden und die Wiederholung giert nach neuen Wendungen, unbekannten Details, neuem Wortlaut, wie der Begriff der Freiheit die Zuhörer wieder mitreißt. Ich frage mich, wann uns die Munition in diesem Kampf um Varianz ausgeht, wann all unser Verve zu copy/paste verkommt. 

Doch wir hören wohl erst auf zu hoffen, wenn unser Paradies dem Diesseits gleicht. Und ja, dieser Satz bleibt zweideutig und hat sehr viel mit der Freiheit unsere Köpfe zu tun.

Wir müssen nur aufpassen, dass unsere Utopien nicht zu Posen verkommen und unsere Worte ihre Färbung nicht verlieren.

Bleiben wir Menschen.

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