Gesten gegen den Wind

Ein Mensch ohne Richtung bleibt Statist; und hat sich selbst für die Kulisse nicht handelnd entschieden.

Die Stille der Eskalation

Ich sehe keinen Sinn darin, mich einem gestenlosen Dasein hinzugeben, denn Entscheidungen müssen sich anderer entledigen, sonst wären sie nicht existent. Die Stillen unter uns erwecken den Eindruck, sie besäßen einen stoischen Sinn. Doch sie sind ohne eigene Geste die Kulisse des Windes und damit mitnichten unpolitisch.

Um all den Wind zu verstehen, spüre ich gerne Aggressionen nach. Sie sprechen offener zu mir als andere Regungen. Sie machen das Tun anderer für mich berechenbar, indem sie dieser Welt keinen Frieden lassen und damit über ihre Träger aussagen. Sie wühlen in uns und verleiten uns zu Brüchen, die in der Stille um sie herum angeblich Fürsprecher finden und uns doch zu Statisten all der fremden Ego-Probleme machen. Die Aggressionen wollen genau dieses Schweigen, das andere nachhaltig entmutigt, das dem lautesten Idioten den Dorfplatz und ihm das Treiben seiner Säue überlässt.

Mit diesem ‚Schweigen‘ meine ich hier nicht nur das Sprachlose, sondern auch die Verweigerung einer erkennbaren Richtung in den Worten anderer Kommentatoren, eine Aufregung ohne Ziel, eine Äußerung, die der Aggression als Kulisse zusätzliche Relevanz verleiht und sie ohne deutlichen Widerspruch weiter legitimiert.

Denn fast jede Aufregung wird bei uns still geadelt, als sei sie fleischgewordene Basisdemokratie. Langsam schleicht sich auch bei uns in Hamburg das Motto ‚Wer zuerst eskaliert, der gewinnt‘ ein – oder war immer schon präsent nur bisher ohne Gegenwehr. Ist Schweigen hier der richtige Umgang oder sollte man reden?

Sprechende Vorstände

Als Vorstand hätte ich versöhnlich zu handeln, wäre ich nur dem Ausgleich verpflichtet: So behaupten es jene, die gelegentlich nicht meiner Meinung sind. Ich sehe meine Aufgabe hier anders. Ich muss nicht nur Schaden von der Partei abwenden, sondern diese Partei auch nach vorne bringen: Dafür habe ich Verantwortung übernommen, nicht als prominenter Zuschauer und Grüßaugust im Amt. Das bedeutet Aktivität und nicht, dass ich die Passivität anderer völlig geistig verwirrt zu etwas Politischem oder gar Demokratischem überhöhe.

Hierzu gehört für mich als Ursache auch das Destruktive, das vielfach Passivität Erzeugende. Für dessen Gegenteil haben wir als Mitglieder Verantwortung übernommen, indem wir uns zu dieser Partei als Instrument des politischen Handelns bekennen. Dieses gemeinschaftliche Werkzug kann sabotiert werden und der Wind spielt hier seine Rolle.

Wer sich im Vorstand also eine Hüpfburg für Flame Warrior wünscht, kann sich gerne privat eine Gummizelle nehmen. Er sollte dort etwas länger über den Wahnsinn nachdenken, den Wind in ihm, der keine Orientierung und Richtung mehr akzeptiert und sich in seinem Irrsinn am Ende gar noch aufrecht politisch nennt. Nein, ich werde den Wind weiterhin als das benennen, was er ist.

Wenn er weiterhin von keiner Lösung spricht oder den konstruktiven Dialog abbricht und diesen voller innerer Unruhen torpediert. Ich kann sehr wohl zwischen berechtigten, ehrlich gemeinten Anliegen und Aggressionen ohne ehrlichen politischen Willen unterscheiden, die nur sich wollen und keine Perspektiven entwickeln, die über sie hinaus gehen. Klar kann ich auch mal ein Auge zudrücken, wenn jemand emotional aussetzt. Aber ich werde darüber sprechen, wenn jemand nicht an einer gemeinsamen Zukunft interessiert ist und sein Tun hier politische Arbeit nennt, die er stetig unterminiert.

Wollte man mich wirklich als Vorstand meiner Ansichten berauben und mir gar das piratige Mandat entreißen, das selbst ungewählte Nicht-Mitglieder bei uns für sich beanspruchen dürfen, will ich ab sofort Bezahlung. Dann ist das hier nur ein Job und keine Herzensangelegenheit. Ich mache bisher Dinge für die Piraten altruistisch, mache auch die Drecksarbeiten, die anderen keine Ego-Shots und Fame versprechen. Meinen Stolz als Mensch mit begründeter Ansicht werde ich mir hierbei nicht nehmen lassen. Besonders in Fällen, wenn einzelne lieber einen Zusammenbruch in Kauf nehmen, als nur ein einziges Mal in sich zu gehen, um über etwas nachzudenken, das über ihren intrinsischen Wunsch nach ich-bezogener Empörung und selbstverliebten Ausbrüchen hinaus geht. Ein Vorstand muss sprechen und damit klärend handeln, wenn er dafür eine Möglichkeit sieht.

Wir brauchen Kommunikation, um aktiv zu bleiben

Diese Erörterung ändert natürlich nichts daran, dass ich mir Meinungen anhöre, sie austausche und zu Rate ziehe, wie ich es immer gemacht habe. Aber mit einer Äußerung von meiner Seite sollte man jederzeit rechnen. Es gibt dort draußen diesen irrationalen Wunsch, eine gemeinsame Lösung in die Stille zu drängen. Das nur passiv zu begleiten wäre fahrlässig, ist nicht mein Job und wird nicht mein Stil.

Ich bin hier nicht nur Lautsprechervertreter, sondern auch für stille Piraten zuständig, die an der Tür nichts Gebrülltes kaufen möchten. Ich werde mich dort für eine Richtung und Haltung entscheiden, denn das ist in einer Mitmachpartei hochpolitisch.

Man wird sich mit mir also auseinandersetzen müssen, genauso wie dies jeder Basispirat für sich einfordert. Ich setze mich auch mit mir auseinander, wie ich es hier von euch fordere. Hierbei helfe ich euch, wenn ihr das weiter nötig habt, denn das Ende der Partei werde ich nicht akzeptieren. Ihr wisst noch nicht mal, dass es darum geht. Ihr glaubt immer noch, es ginge irgendwie um euch.

Über die Feigheit

Und um noch mal auf den Versuch an sich einzugehen: Wer eine Argumentation gegen mich gewinnen will, indem er mich zum Schweigen zwingt, ist…

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